Schnipselchen

… diesmal gefunden von Anne Goldmann:

„So lange um uns herum Chaos und Gewalt existieren, wird es auch Krimis 
geben, aber ab dem Tag, an dem es nirgends mehr Gewalt und Chaos gibt, 
höre ich sofort auf, Krimis zu schreiben.“

Liza Marklund

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5 Punkte, wie du kommunizieren kannst, ohne deinen Nächsten auf die Zwölf zu hauen – #respectspeech!

Wort & Tat

dsc_3858_2660Wir merken es alle – in der U-Bahn, in der Arbeit, auf den Schulhöfen, im Netz. Der soziale Umgang ist rau, euphemistisch ausgedrückt. Wer kann nicht von Beschimpfung, Herabsetzung, Drohung, Pöbelei oder gar handgreiflicher Gewalt berichten? Je nach Position, Kontext, konkreter Situation und Ausmaß doch sicher jede*r. Draußen auf den Straßen tummeln sich Zukurzgekommene, Verschwörer und ihre Theoretiker, Schläger, Einfältige und Brandstifter. Im Netz verstecken sie sich nicht einmal mehr hinter Aliassen. Sie schüren Angst und Hass und projizieren das verquaste Paket auf „die Anderen“, wobei „die Anderen“ nicht genau definiert sind. Die sind halt irgendwie … anders. Will heißen, schlecht. Auf jeden Fall schlechter als man selbst. Und sie nehmen sich etwas, das ihnen nicht zusteht: Arbeit, staatliche Fürsorge, Wohnraum, Unabhängigkeit ect. Kurz: Lebensgrundlagen. Insofern sind „die Anderen“ schuld am Elend, besonders am zukünftigen Elend, der Richtigen, Rechten, Rechtgläubigen, derer, die den rechtmäßigen Anspruch bei sich wissen. Der Mechanismus…

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Women In Translation – ein Interview

Marcia Lynx Qualey hatte vor einer Weile Zoë Beck für diesen Blogeintrag interviewt. Sie wollte wissen, wie es in anderen Ländern um die Übersetzung von Autorinnen steht, und was getan werden könnte, um die Situation zu verbessern. Dazu sammelte sie viele Stimmen. Danke, Marcia, für den tollen Einsatz!

Das gesamte Interview mit Zoë wollten wir aber dann doch noch mal in voller Länge bringen:

MLQ: Why do you think an initiative like Women in Translation month is important? Does it have any drawbacks? Of course I have received a message from a male writer telling me it is sexist.🙂

ZB: If we actually had true equal rights, it would be sexist. Until we reach that point, one thing is true for many professional fields: Women need to become more visible. Weiterlesen

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Eine was-wäre-wenn-Geschichte …

Manfred, die Verschwundenen und das BGB

Ich einmal drüber nachgedacht, was passieren könnte, wenn rechtspopulistische Forderungen nach Aus- und Abgrenzung Wirklichkeit würden. Diese Kurzgeschichte ist dabei herausgekommen.

dsc_0898Am 30. November klingelte der Wecker pünktlich um 5:30 Uhr. Der Wecker war die einzige Konstante an diesem Tage, doch das ahnte Manfred noch nicht. Dass etwas nicht stimmte, merkte er, als seine Füße vergeblich nach den Hausschlappen fahndeten. Vorsorglich missgestimmt, wuchtete er seinen Leib in die Senkrechte, kratze sich am Sack und brüllte: „Uschi!“
Im Haus blieb es still. Manfred tappte ins Bad, pisste und unterzog sich einer auf ein unvermeidliches Minimum reduzierten Toilette. Kein Laut im Haus bis auf das Plätschern von Urin und Wasser. Der Stuhl, auf dem üblicherweise seine frischen und farblich aufeinander abgestimmten Kleider warteten, war leer.
„Uschi!“
Nichts.
Noch etwas fehlte, nur kam er nicht gleich drauf. Erst als er in die Küche schlurfte, durch deren Fenster die Straßenlaterne herein leuchtete, sah er es. Nämlich: Nichts. Kein Frühstück, kein Kaffee, nicht einmal sein Duft.
„Wo, zum Teufel …“ Er knipste das Licht an. Die Küche glänzte sauber. „Uschi! Du blöde Kuh. Ich muss los. Mach gefälligst … “ Er lief die Treppe wieder hinauf ins Schlafzimmer, suchte im Kinderzimmer, das nie Kinder beherbergt hatte, raste in die Waschküche, die Uhr tickte, Uschi blieb verschwunden. Er tigerte auf und ab, wählte ihre Nummer – Mailbox. Inzwischen war es 5:45 Uhr. 6:00 Uhr fuhr der Bus. Manfred fluchte, stellte eine Tasse unter die Düsen des Kaffeevollautomaten, eilte nach oben, riss die Tür vom Kleiderschrank auf und entdeckte die Leere auf Uschis Seite. „Scheiße.“ Blut schoss ihm ins Gesicht. „Das war das letzte Mal, dass … Ich … Verdammt.“ Er musste sich am Bett abfangen, als er in eine Hose stieg. 5:50. Runter zum Kaffee. Die Maschine brodelte und füllte die Tasse. Mit Wasser. Manfred krachte sie ins Spülbecken und rannte los. Aus den Augenwinkeln entdeckte er, dass sein Audi nicht am Straßenrand parkte und seine Wut erstürmte eine neue Klippe. Als er an der Haltestelle ankam, war es 5:59 Uhr. Geschafft. Die Aufgabe, seinen umfangreichen Körper mit Sauerstoff zu versorgen, beanspruchte seine gesamte Aufmerksamkeit. Nach einer Weile bemerkte er, dass ungefähr zwanzig mürrische Männer mit ihm auf den Bus warteten, fünfzehn von ihnen, die nie den Sechs-Uhr-Bus nahmen. Alle tippten auf ihren Smartphones herum, telefonierten, wetterten.
„Seit zwei Stunden fährt nichts, nicht mal ein Ersatzbus. Diese scheiß Kanaken von Busfahrern. Rausschmeißen sollte man die! Alle!“, sagte ein Mann mit Jogginghose und Basecap. Weiterlesen

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Ein Preis für Autorinnen – der LiBeraturpreis

Quelle: Wikipedia. Von Masbrum - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47033466

Quelle: Wikipedia. Von Masbrum – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47033466

Es gab bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse noch eine Preisverleihung, über die allerdings nicht so viel gesprochen und geschrieben wurde wie beispielsweise über den Friedenspreis, der an Carolin Emcke ging (worüber wir uns wahnsinnig gefreut haben!): Den LiBeraturpreis 2016 bekam die indonesische Autorin Laksmi Pamuntjak für den Roman „Alle Farben Rot“.

Den LiBeraturpreis gibt es seit 1987, und seit 2013 vergibt ihn die Litprom, ein Verein, der Literatur aus Lateinamerika, Afrika, Asien und der arabischen Welt in Deutschland bekannter machen will. Hier die Beschreibung des Preises:

„Zugrunde liegt die Tatsache, dass Übersetzungen aktueller Werke von Autorinnen aus den entsprechenden Ländern auf dem deutschen Buchmarkt immer noch stark unterrepräsentiert sind und weiblichen Stimmen nach wie vor eine deutlich geringere mediale Aufmerksamkeit zukommt. Weiterlesen

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Es ist eine merkwürdige Erfahrung

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Foto: Wikipedia/Ot

Heute hat Carolin Emcke in der Paulskirche den Friedenspreis des deutschen Buchhandels empfangen. In ihrer Rede beschäftigt sie sich mit dem „dazugehören“ und der Ausgrenzung. „Verschiedenheit ist kein Grund für Ausgrenzung“, stellt sie fest. „Ähnlichkeit ist keine Voraussetzung für Grundrechte.“  Sie erzählt: 

„Als ich mich das erste Mal in eine Frau verliebte, ahnte ich – ehrlich gesagt – nicht, dass damit eine Zugehörigkeit verbunden wäre. Ich glaubte noch, wie und wen ich liebe, sei eine individuelle Frage, eine, die vor allem mein Leben auszeichnete und für andere, Fremde oder gar den Staat, nicht von Belang. Weiterlesen

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schreiben …

»Schreiben bedeutet, sich das eigene Denken anzusehen.«

strubel

Antje Rávic Strubel

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Sprich nicht drüber

36240_10150354206180371_5676022_nWenn es um sexuelle Belästigung und sexualisierte Gewalt geht, lautet immer noch oft genug der Ratschlag im Familien- und Freundeskreis: Sprich nicht drüber. Mach dich nicht öffentlich zum Opfer. Mach dich nicht angreifbar. Die Gründe sind klar – häufig sind die Vorfälle nur sehr schwer zu beweisen, und immer setzt ganz schnell das victim blaming ein, wenige Dinge sind verlässlicher auf dieser Welt. Warum sich also all dem aussetzen, wenn sowieso nichts bei rauskommt? Warum sich beschimpfen lassen, verbal aufs Neue vergewaltigen lassen, mit Dreck bewerfen lassen? Augen zu und durch.

Sieht man sich an, wie Donald Trump und seine Anhänger*innen auf die Vorwürfe reagieren, der Präsidentschaftskandidat hätte sich Frauen unsittlich genähert, stößt man immer wieder auf die Behauptung: Das muss ausgedacht sein, sonst hätten die Frauen doch sofort etwas gesagt. Dies wiederum führte auf Twitter zu #WhyWomenDontReport, und wie jeder Hashtag wurde auch dieser von der Gegenseite gekapert und führte zu ekelhaften Unterstellungen, Anschuldigungen, Gegenbehauptungen. Vor einigen Jahren gab es unter #ichhabnichtangezeigt tausende erschütternde Berichte von Menschen, die Opfer sexualisierter Gewalt wurden. Immer wieder gibt es Aktionen, die zeigen sollen, warum Opfer nicht über das, was mit ihnen geschehen ist, sprechen können/wollen/dürfen. Weiterlesen

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Das vergessene Werk der Dichterin – Inge Müller

14642637_1152952478114206_1773734201_nMit Blanche Kommerell aus dem Schatten

Frauen verschwinden – in Küchen, Kinderzimmern und Altenpflege. Und manchmal im Schatten eines übergroßen Mannes. Unsere Gastautorin Sophie Sumburane hat Inge Müller, die „Frau von“ (Sie wissen schon) Heiner Müller entdeckt und möchte Blanche Kommerell bei ihrem unermüdlichen Engagement für die vergessenen Dichterinnen unterstützen. Deshalb darf Ihnen HERLAND heute einen Text von Sophie Sumburane präsentieren:   

Hinter dem Holztisch, der im Alltag ein Café-Tisch ist, in der Potsdamer Buchhandlung Viktoriagarten, sitzt an diesem Abend eine berühmte Frau. Ein DEFA-Kinderstar von einst, Theaterschauspielerin und Dichterin, Dozentin und Trägerin des deutschen Sprachpreises. Blanche Kommerell. Bereits das dritte Mal ist sie hier in Potsdam, denn im Herzen ist sie vor allem eines: Literaturvermittlerin. Regelmäßig tritt Kommerell auch im Berliner Literaturhaus in der Fasanenstraße auf, liest Anne Sexton, Ingeborg Bachmann oder Christine Lavant auf ihre unnachahmliche Weise und gibt so Autorinnen eine Bühne, die kaum einer mehr kennt. Und so hebt auch nur einer die Hand auf die Frage, wer Inge Müller kennt. Inge Müller, vor 60 Jahren verstorben, zu Lebzeiten sich quälend, im Tod Projektionsfläche für so manche Erzählung, doch immer wieder in erster Linie das: „die Frau von“ Heiner Müller. Weiterlesen

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Der Nobelpreis geht an … einen Mann

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Marie Curie

Was haben alle Nobelpreisträger dieses Jahres gemeinsam? Sie sind Männer. Das sind traurige Tage für uns Frauen. Nur der Literaturnobelpreis könnte es jetzt noch rausreißen.

Es bedeutet nicht, dass Frauen weniger intelligent sind als Männer oder keine wissenschaftlichen Begabungen hätten. Es zeigt, dass Frauen weltweit, auch in Deutschland, nicht dieselben Chancen haben, an teuren Forschungsprojekten teilzunehmen. Und offenbar nehmen die Chancen sogar ab, im Wissenschaftsbetrieb eine Position zu ergattern, die bedeutsame Forschungen überhaupt möglich macht. In den vergangene Jahren waren unter den Nobelpreisträger*innen immerhin noch ein bis drei Frauen. Nur zwischen 1997 und 2003 gab es mal fünf Jahre, in denen keine einzige Frau unter den Prämierten war.

Übrigens gab es nur zwei Menschen, die zwei Mal den Nobelpreis bekommen haben, einer davon ist Marie Curie für Physik und Chemie.

Nachtrag: Auch der Literaturnobelpreis ging an einen Mann.

 

 

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